Pushing the Boundaries – eine blöde Idee kann immer noch zur Akzeptanz-Verschiebung dienen

Naja, wenn unsere Regierung die Massenüberwachung nicht über die Angst vor Terror durchgesetzt bekommt, dann werden andere Ängste herangezogen, um die Grenzen der Überwachung auszudehnen.

heise.de hat berichtet, dass die Bundesregierung bereits am 7. November 2018 das Straßenverkehrsgesetz (Entwurf eines Neunten Gesetzes zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes) so geändert hat, dass zur Durchsetzung der Diesel-Fahrverbote eine Massenüberwachung durch Kameras eingesetzt werden soll.

Ist weniger personalintensiv.

Dafür deutlicher privatsphäreninvasiv.

Toller Trade-off.

[Update: 19.11.2018, 07:50 Uhr]
Meiner Ansicht nach stellt diese Massenüberwachung einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Privatsphäre aller Verkehrsteilnehmer dar. Es hätte nämlich mildere Mittel der Kontrolle gegeben. Naja, keine Idee ist blöd genug, um als schlechtes Vorbild zu dienen.

Kommt ein Mann zu seinem VW Touareg und brüllt ihn an…

Klingt wie der Anfang eines schlechten Witzes…und stellt sich bald vielleicht als Realität dar.

Denn Volkswagen hat bekannt gegeben, dass die Car-Net App zukünftig mit Siri aufgerüstet werden soll.

Jetzt kann man seinen VW nicht nur selbst fernüberwachen (unter der wundervollen Bezeichnung Family Guardian), sondern auch per Sprachbefehl die Türen und Fenster öffnen, die Hupe (Licht und akustisch) auslösen und sowieso feststellen, wo das Heilige Blechle denn rumsteht (oder -fährt).

Naja, was soll dabei schon schief gehen…

Aber wenn man momentan eh in der Schusslinie wegen der Abgaswerte steht, braucht man sich dann auch keine Gedanken mehr über die Privatsphäre der Kunden zu machen.

Seufz.

Sharing is…

caring! Ach, nee, das war ja The Circle.

Sharing scheint eher zu mehr Staus und einer langsameren Durchschnittsgeschwindigkeit zu führen.

Das hat jetzt zumindest eine Studie der San Francisco County Transport Authority (SFCTA) für den Großraum San Francisco ergeben.

Nun, eine weitere Fehleinschätzung war wohl auch die Annahme, dass mehr Carsharing zu weniger Verkehr führt, weil Autonutzer jetzt vom eigenen heiligen Blechle auf das geteilte Blechle umsteigen…

Statt dessen steigen jetzt Menschen ohne Auto auf geteilte Autos um und vermehren den Individualverkehrsirrsinn…

Wie wäre es mit einem Schlüssel?

Lieber Himmel, wenn wenigstens mehr Bequemlichkeit beim Einsatz neuer und unausgereifter Technologie herauskommen würde.
Aber nein, das was Tesla da bei ihrem Workaround für den Keyless-Entry Hack beim Model S zeigt, ist ja die Höhe.
Jetzt muss die arme gequälte elektromobile Seele eine PIN eingeben, um ihren schönen Tesla zu starten!
Wo bitte ist da denn der Vorteil gegenüber einem klassischen Schlüssel?
Bei einem Schlüssel muss ich wenigstens nicht auf einem blöden Touchpad rumfummeln, um eine PIN einzugeben…
Und dann war Tesla auch bereits seit über einem Jahr über diesen Angriffsvektor informiert.
Na herzlichen Glückwunsch.