Es gibt keine Anonymität im Internet

Komplexe technische Zusammenhänge und salbungsvolle Marketingaussagen täuschen uns Anwender immer wieder über grundlegende Selbstverständlichkeiten.

Heute: Anonymität im Internet.

Gibt es nicht.

Ganz einfach. Wer aktuell etwas anderes behauptet, lügt, hat keine Ahnung oder eine andere Agenda (finanziell, überwachungstechnisch oder pure Neugier).

Der belgische Informatiker Yves-Alexandre de Montjoye hat in seiner Arbeit nachgewiesen, dass bereits drei (abgefragte und im Internet vorgehaltene) Merkmale einer Person – z.B. Geschlecht, Geburtsdatum und Postleitzahl – ausreichen, um diese Person in acht von zehn Fällen zu identifizieren.

Kommen weitere Merkmale hinzu (und die werden ja haufenweise freiwillig zur Verfügung gestellt) – genügen diese bereits, um eine Person zu 99,98% eindeutig zu identifizieren. Und das schon bei 15 weiteren Merkmalen. Viele Datensammler halten jedoch hunderte Merkmale über die erfassten Personen vor.

Was hilft? Weniger Daten herausgeben. Denn selbst unter der DS-GVO ist der Handel mit anonymisierten Daten legal – diese gelten nicht als personenbezogene Daten.

Aber was hilfts, wenn Unternehmen diese legal erworbenen Daten dann problemlos einzelnen Personen zuordnen können?